06 Phytotherapie

Kleine Kräuterkunde

Das Pferd hat den Vorteil, sich in der freien Wildbahn instinktiv mit den Kräutern versorgen zu können, die der Körper gerade benötigt.
In der modernen Pferdefütterung oder auf unseren heutigen Weiden findet man nur noch wenig natürliche Heilkräuter.
Deshalb ist eine gezielte Ergänzung in Problemfällen oft sinnvoll. Dauergaben von Kräuterprodukten sind allerdings nicht zu empfehlen.

Aber auch in der Fütterung von Hunden und Katzen kann die gezielte Ergänzung bestimmter Kräuter sinnvoll sein.

Die beliebtesten Kräuter zur Futterergänzung sind:
  • Anis: krampflösend, schleimlösend, verdauungsfördernd
  • Artischocke: leberschützend, enthält Bitterstoffe für Verdauung
  • Birkenblätter: blutreinigend, harntreibend, bei Fellwechsel
  • Brombeerblätter: entzündungshemmend, harntreibend, blutreinigend, bei Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen
  • Eibisch: schleimlösend, auswurffördernd, bei Bronchitis
  • Eichenrinde: entzündungshemmend, stopfend bei Durchfall
  • Fenchel: krampflösend, schleimlösend, entzündungshemmend
  • Flohsamenschalen: für Darmsanierung
  • Ginkgoblätter: aktivieren Stoffwechsel, bei Durchblutungsstörungen
  • Huflattich: auswurffördernd, entzündungshemmend, reizmildernd, bei Erkältungen
  • Mariendistel: bei Leberproblemen, zur Entgiftung
  • Rosskastanienblätter: fördern Durchblutung und Verdauung
  • Echinacea: stärkt das Immunsystem
  • Schwarzkümmel: verbessert das Immunsystem, gut für die Haut
  • Spitzwegerich: antiseptisch, entzündungshemmend, krampflösend, bei Infektionen
  • Süßholzwurzel: entzündungshemmend, krampflösend, auswurffördernd, bei Erkältungen
  • Walnussblätter: aktiviert Stoffwechsel, blutreinigend, bei Ekzemen
Vor eigenmächtigen Behandlungen ohne fachkundige Anleitung durch einen Tierarzt oder Futtermittelberater möchte ich ausdrücklich warnen! Jedes dieser Kräuter muß bestimmungsgemäß aufgearbeitet und verabreicht werden, sonst sind Nebenwirkungen, Überdosierungen bis hin zu Giftwirkungen die Folge.

Was ist Phytotherapie ?

"Die Phytotherapie ist die älteste auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Form der Schulmedizin"(aus Vetjournal 12/2006). Schon Hippokrates oder Paracelsus beschäftigten sich mit der Heilwirkung von Kräutern. Die Pflanzenheilkunde läßt sich somit auf rein naturwissenschaftlicher Basis begründen.
Laut EU-Definition versteht man darunter die Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten oder Befindungsstörungen durch Arzneipflanzen, deren Teilen oder Zubereitungen.
Phytopharmaka sind also Arzneimittel, haben eine bestimmte Wirkung und (wenn auch wenig) Nebenwirkungen.
Naturheilmittel liegen heutzutage im Trend und werden besonders gern zur Vorbeugung und Prävention von Krankheiten eingesetzt.
Und das zunehmend auch in der Tiermedizin.

Vorteile von pflanzlichen gegenüber synthetischen Arzneimitteln:
  • breites Wirkspektrum
  • meist geringere Nebenwirkungen
  • besseres Preis-Leistungsverhältnis
  • keine lebensmittelrelevanten Rückstände im Tier

Die Heilkraft der Küchenkräuter

Viele Kräuter und Gewürze, die wir tagtäglich zum Kochen verwenden, sind gleichzeitig Heilpflanzen, die zur Linderung und Prävention von Beschwerden eingesetzt werden können.
Hier ein kurzer Überblick:
  • Basilikum: bei Blähungen und Magenproblemen, zur Beruhigung
  • Dill: leicht entwässernd, fördert Milchsekretion
  • Kamille: entzündungshemmend, magenberuhigend, wundheilungsfördernd
  • Knoblauch: pflanzliches "Antibiotikum", keimabtötend, gut für Gefäße
  • Kümmel: wohltuend bei Gallen-, Magen- + Darmbeschwerden, harntreibend
  • Lavendel
  • Lavendel: nervenstärkend, bei Verspannungen, beruhigend
  • Majoran: wirksam bei Magenkrämpfen und Erkältungen
  • Petersilie: bei Blasen- und Nierenerkrankungen
  • Pfefferminze: bei Blähungen, Verdauungsstörungen, bei Asthma
  • Rosmarin
  • Rosmarin: magenstärkend, durchblutungsfördernd, nervenanregend
  • Salbei: bei Halsschmerzen, entzündungshemmend
  • Thymian: bei Husten, schleimlösend
  • Salbei
  • Zitronenmelisse: beruhigend, krampflösend, verdauungsfördernd
  • Zwiebel: entwässernd

Anwendungen vo Heilkräutern

Die Heilkräuterkunde zeigt, daß in der chinesischen Naturmedizin gegen fast jedes Leiden ein Kraut gewachsen ist.
Medizinisch gesehen können fast alle Pflanzenteile verwendet werden (Blätter, Blüten, Früchte, Wurzeln, Samen), die je nach Wirksubstanz in verschiedenen Aufbereitungen erhältlich sind: als
  • Teeaufguß
  • Tropfen
  • Tabletten
  • Tinkturen
  • Salben
Je nach Zubereitung werden diese Heilpflanzen unterschiedlich angewendet: innerlich/äußerlich, zum Trinken, Inhalieren, Einreiben, für Packungen, Breiumschläge.
Fast alle Anwendungen, die als alte Hausmittel bekannt sind, können nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Pferd zur Linderung der jeweiligen Beschwerden verwendet werden.

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